Halte-Stelle ist eine begehbare Skulptur im Spannungsfeld von Architektur, Stadtmöbel und Kunst. Ausgangspunkt ist die standardisierte Typologie einer Wartehalle, deren konstruktives Gerüst – in Leuchtrot (Tagesleuchtfarbe) als prägnantem Akzent gefasst – durch farbige Glasflächen, Sitzelemente und eine begrünte Dachfläche in eine eigenständige Miniarchitektur transformiert wird.
Zentrales Gestaltungselement ist das Spiel mit Licht, Transparenz und Farbe. Die farbigen Sicherheitsgläser wirken als Filter zwischen Innen und Außen, erzeugen wechselnde Durchblicke und Überlagerungen und lassen mit dem Einfall von Sonnenlicht farbige Schatten im Raum entstehen. Diese verändern sich im Tagesverlauf und machen Zeit visuell erfahrbar.
Nachts kehrt sich das Prinzip um: Der Pavillon wird von innen beleuchtet und tritt als sanft leuchtender Körper im Stadtraum in Erscheinung. Die Farbigkeit entfaltet dabei eine positive, orientierende und atmosphärisch aufwertende Wirkung.
Halte-Stelle bietet Schutz, ohne abzuschließen, und öffnet zugleich einen Raum für Wahrnehmung und Kontemplation. Das Warten wird als eigenständige Qualität verstanden – als Moment des Innehaltens im urbanen Alltag.
Als künstlerischer Beitrag transformiert die Arbeit eine funktionale Wartesituation in einen identitätsstiftenden Ort. Sie steigert die Aufenthaltsqualität, schafft einen einladenden Treffpunkt und kann insbesondere in sensiblen Kontexten eine beruhigende und aktivierende Wirkung auf Nutzer:innen entfalten.